Aus einem Hotel wird ein Zuhause. 03.09.2026 · 4 Min. Lesezeit
Der Handelshof gehört seit mehr als einem Jahrhundert zu den prägenden Gebäuden der Mülheimer Innenstadt. Zwischen 1904 und 1906 entstand an der Friedrichstraße anstelle des dortigen Vereinshauses ein deutlich größerer Neubau. 1924 wurde der Umbau zum Hotel beschlossen. Der spätere Handelshof entwickelte sich zu einer der bekanntesten Adressen des gesellschaftlichen Lebens in Mülheim.
Heute verändert sich dieser Ort grundlegend.
Auf dem Grundstück entstehen 96 barrierefreie Wohnungen mit Service für Senioren. Gesundheitsnahe Dienstleistungen ergänzen das Wohnen. Hinzu kommen Angebote für Gemeinschaft, Kultur und Unterhaltung.
Wohnen im Alter von Anfang an mitdenken
Dabei wird nicht das ehemalige Hotel zum Wohngebäude umgebaut. Erhalten bleibt die historische Vorderfassade des Handelshofs. Dahinter entsteht eine neue Bebauung, die auf die künftige Nutzung ausgerichtet ist.
Barrierefreiheit ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der Planung. Zugänge, Aufzüge, Erschließungswege, Bewegungsflächen und Grundrisse werden so geplant, dass sie den Alltag der späteren Bewohnerinnen und Bewohner unterstützen.
Es geht also nicht allein um einzelne Ausstattungsmerkmale. Barrierefreiheit beeinflusst die räumliche Organisation und muss von Anfang an mitgedacht werden.
Mehr als Wohnen
Die 96 barrierefreien Wohnungen werden durch gesundheitsnahe Dienstleistungen ergänzt. Auch Gemeinschaftsbereiche sowie Kultur und Unterhaltungsangebote sind Teil des Nutzungskonzepts.
So entsteht ein Wohnangebot, das selbstständiges Wohnen ermöglicht und zugleich zusätzliche Angebote im direkten Umfeld schafft.
Energie, Begrünung und Außenraum
Auch energetische und ökologische Aspekte prägen die Planung.
Geplant sind ein Niedrigenergiegebäude mit Photovoltaikanlage sowie extensiv begrünte Dachflächen.
Teile des Innenhofs werden als qualitativ hochwertiger Außenraum gestaltet. Begrünung, eine Pergola und Hochbeete für Urban Gardening schaffen Aufenthaltsmöglichkeiten und ergänzen das Wohnen um gemeinschaftlich nutzbare Freiflächen.
Mitten im städtischen Leben
Ein wesentlicher Vorteil des Standorts ist seine zentrale Lage.
Der Handelshof befindet sich mitten in der Mülheimer Innenstadt und in unmittelbarer Nähe zum Evangelischen Krankenhaus. Die Ruhraue rund um den Wasserbahnhof ist in wenigen Minuten erreichbar.
Damit liegen medizinische Versorgung, Alltag, Bewegung, Freizeit und städtisches Leben nah beieinander. Gerade für selbstbestimmtes Wohnen im Alter ist das ein wichtiger Teil der Wohnqualität. Die neue Wohnform zieht sich nicht aus der Stadt zurück. Sie bleibt Teil von ihr.
Was auf der Baustelle sichtbar wird
Die aktuellen Baustellenaufnahmen zeigen, wie umfassend sich der Handelshof verändert.
Vom ehemaligen Hotel bleibt die historische Vorderfassade erhalten. Dahinter entsteht die neue Bebauung. Die bisherigen Nebengebäude werden durch Neubauten ersetzt.
Von der Straße bleibt damit die bekannte Fassade als Teil des vertrauten Stadtbildes präsent. Erst der Blick dahinter zeigt, wie weitreichend die Veränderung tatsächlich ist.
Aus einem Hotel wird ein Zuhause. Nicht durch die Umnutzung des alten Hotelgebäudes, sondern durch ein neues Wohnangebot an einem Ort mit Geschichte.
Fotos 1–5: Axel Hartmann Fotografie
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