Was ist ein digitaler Zwilling? 27.08.2026 · 4 Min. Lesezeit
Es ist das digitale Modell eines Gebäudes, das entsteht, bevor es gebaut wird.
Grundrisse, Schnitte und Ansichten gehören zur Architekturplanung. Sie zeigen, wie ein Gebäude aufgebaut ist, welche Maße es hat und wie Räume miteinander verbunden sind.
Mit BIM kommt eine weitere Ebene hinzu.
BIM steht für Building Information Modeling. Dabei wird ein Gebäude dreidimensional am Computer entwickelt. Anders als eine reine 3D-Darstellung bildet das digitale Modell aber nicht nur die Geometrie des Gebäudes ab. Die einzelnen Bauteile werden zusätzlich mit Informationen und Eigenschaften verknüpft.
Eine Wand enthält beispielsweise Angaben zu Aufbau, Material oder Abmessungen. Das Gleiche gilt für Decken, Türen, Fenster und technische Bauteile.
Wenn Fachplanungen zusammenkommen
Doch Architektur ist nur ein Teil davon.
Tragwerk, Lüftung, Heizung, Kühlung, Elektro, Brandschutz und weitere Fachplanungen müssen im Gebäude miteinander funktionieren. Im BIM-Prozess werden die digitalen Fachmodelle zusammengeführt und miteinander abgeglichen.
Dadurch lässt sich erkennen, wenn beispielsweise ein Lüftungskanal eine Kabeltrasse kreuzt, ein notwendiger Durchbruch fehlt oder zwei Bauteile denselben Raum beanspruchen.
Mit zunehmender Planungstiefe entsteht daraus der digitale Zwilling des Gebäudes.
Digitale Zwillinge für NA und GC
Wie konkret diese Arbeitsweise wird, zeigt derzeit unsere Ausführungsplanung für die Neubauten NA und GC der Ruhr-Universität Bochum. Für beide Gebäude erstellen wir die digitalen Zwillinge.
Dabei geht es um weit mehr als die Darstellung eines Gebäudes.
Der digitale Zwilling ermöglicht, unterschiedliche Planungen im Zusammenhang zu betrachten und ihre Auswirkungen frühzeitig zu überprüfen. Genau das ist bei komplexen Projekten entscheidend.
Diese Art zu planen begleitet uns bei ganz unterschiedlichen Bauaufgaben. Das zeigen bereits realisierte Projekte wie die Cranachhöfe in Essen, das BaseCamp Dortmund und die Lehrkräfteakademie in Gießen. Wohnen, Handel, Bildung oder Verwaltung bringen jeweils andere Anforderungen an Planung und Koordination mit sich.
Vorausschauend planen
Der entscheidende Nutzen von BIM zeigt sich dort, wo aus Planung Realität wird.
Durch den digitalen Zwilling können wir die Planung vorausschauend entwickeln und frühzeitig erkennen, welche Probleme bei der Ausführung entstehen könnten. Lösungen lassen sich dadurch innerhalb der Planung erarbeiten, wenn Änderungen noch ohne aufwendige Eingriffe auf der Baustelle möglich sind.
So können Fehlplanungen vermieden, spätere Änderungen reduziert und damit verbundene zusätzliche Kosten begrenzt werden.
Was beim Bauen funktionieren muss, wurde am digitalen Zwilling bereits geplant, geprüft und aufeinander abgestimmt.
Woher wir das wissen? Unsere fast 20-jährige Erfahrung mit der BIM-Methode zeigt uns, wie entscheidend vorausschauende Planung gerade bei komplexen Bauaufgaben ist.
Header: BIM-Modell: Nattler Architekten
Bild 2–3: BIM-Modelle: Nattler Architekten
Bild 4: Kollisionsprüfung in Autodesk Navisworks: Nattler Architekten
Bilder 5–6: Baustellenbilder RUB NA/GC: RUB EaglePi | KI-Optimierung: Nattler Architekten
Bild 7: Fotografisches Ausgangsmaterial: Axel Hartmann Fotografie | KI-Optimierung: Nattler Architekten
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